Stunde der toten Augen

Stunde der toten Augen. Was waren das für Soldaten? – Gedanken


Wie fast jeder ehemalige oder noch aktive Fallschirmjäger, interessiere auch mich für Militär- und Kriegsgeschichte. In diesem Zusammenhang natürlich besonders für Strukturen, Einsatzgrundsätze und Kriegsschauplätze, auf denen Fallschirmjäger kämpften. Ein jeder Falli der ehemaligen NVA hat das Buch „Stunde der toten Augen“ gelesen. Geht es doch in diesem Buch um Fallschirmjäger der Wehrmacht, die als Kommandotruppe im rückwärtigen Gebiet des Gegners Aufgaben zu erfüllen hatten, die denen ähnlich waren, wie wir sie, im Falle einer Auseinandersetzung zwischen den Militärblöcken, zu erfüllen hätten. Jeder weiß auch, dass das Buch über viele Jahre auf dem Index stand und nicht öffentlich verbreitet oder gelesen werden durfte, machte dieses Buch uns doch deutsche Soldaten, zu sympathischen oder weniger sympathischen Helden. Nun, die Zeiten waren damals so. Ich weiß auch, dass dieses Buch nicht unbedingt autobiographische Züge tragen muss, dies aber sein kann. Das Vorwort widmet der Autor dieses Buch seinen gefallenen Kameraden. Der Autor siedelt das Buch im Jahr 44 an, als die deutsche Wehrmacht an allen Fronten in Rückzugsgefechte verwickelt war. Die FRONTAUFKLÄRUNGSKOMPANIE in welcher unsere Helden aus dem Buch kämpfen, liegt in einem Ostpreußischem Dorf. Da uns der Autor in einem weiteren Buch mit autobiographischen Zügen vermittelt, dass er in einem Fallschirmpanzerkorps gedient hat, beginnt sich die Sache hier zu „beißen“ und Es wird klar, dass der Autor seine ihm zustehende Schriftstellerische Freiheit genutzt hat.

In Fallschirmjägerdivisionen oder – Korps, gab es keine Frontaufklärungskompanien.

Einsätze, wie sie der Autor beschreibt, gab es Ende 44 / Anfang 45 nicht mehr. Die letzten Kommandounternehmen in solch kleinem Rahmen, die mittels Fallschirmabsprung durchgeführt wurden, gab es Ende 43 / Anfang 44. Die letzte größere Fallschirmanlandung (ein Bataillon) fand 45 statt, zum Entsatz von Breslau. Die Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht war zu diesem Zeitpunkt bereits zur Infanterieelite mutiert.  Aber es gab in der Wehrmacht noch eine Truppe, die solche Einsätze, Kommando- oder Sabotageeinsätze durchführte und die auch noch Frontaufklärungskompanie hieß. Das waren die Einheiten des Baulehr- Bataillon 800 z.b.V. „Brandenburg“, später dann zum Regiment mit drei Bataillonen und 43 sogar zur Division „Brandenburg“, mit vier Regimentern und einem Legionärsbataillon aufgestockt.

Das Legionärsbataillon bestand aus 2 Kompanien. In der 1. Kp. wurden Weißrussen und Ukrainer zusammengefasst und in der 2. Kompanie befanden sich überwiegend Kaukasier. Diese wurden bei Bedarf an die Frontaufklärungskompanien überstellt, handelten aber auch im Rahmen selbständiger taktischer Einheiten. Kdr. dieses Bat. war Hptm. Auch. Die beiden Kompanien waren durchsetzt mit ehemaligen Angehörigen der 2. Kompanie des Regiments z.b.V. 800 sowie Genesenen aus anderen Kompanien der Division. Ihr erinnert Euch an die Szene im Buch, wo in russischen Uniformen (typisch für die Brandenburger) gemeinsam mit Russen, gehandelt wurde. In den „normalen“ Bataillonen der „Brandenburger“ gab es einen Fallschirmjägerzug. Und genau um solch einen Zug, kann es in dem Buch „Stunde der toten Augen“ nur gehen. Die Bataillone der Regimenter der „Brandenburger“ wurden, als die Wehrmacht sich auf dem Rückzug befand, Divisionen unterstellt, die in der Regel die Hauptlast der Abwehrkämpfe zu führen hatten. Es gab allerdings noch eine Einheit die solche Einsätze durchführte. Das war das SS – Fallschirmjäger – Bataillon 500. Diese Truppe sprang am 25. Mai 44 ab, um gemeinsam mit dem 4. Regiment der Brandenburger und Teilen des 1. Regiment der Brandenburg, J.B. Tito nebst seinem Stab gefangen zu nehmen. Dieses Unternehmen war aber ein totaler Fehlschlag, da die Partisanen bereits ausgewichen waren.Dieses Unternehmen und die Teilnahme an der Befreiung der italienischen Marionette auf dem Gran Sasso sind die einzigen, mir bekannte Unternehmen des SS – Fallschirmjäger – Bataillons.