Standort Lehnin

Lehnin ist ein Ort mit etwa 4.500 Einwohnern, eingebettet in eine Endmoränenlandschaft, von herrlichen Seen und wunderschönen Laub- und Nadelbaumwäldern, nur  25 km südwestlich von Potsdam.

Der Ort ist über die Landesgrenzen bekannt wegen seiner Abtei und des Klosters. Das Kloster mit Abtei war mal das Reichste von Brandenburg, als es 1542 aufgelöst und zur kurfürstlichen Domäne umgewandelt wurde. Nach der Aufhebung setzte im 18 Jh. der Verfall ein, so dass große Teile bereits Ruinen waren, als 1871 die Restaurierung begann. Trotz einiger Abweichungen von der originalen Gestaltung zählte die Anlage zu den schönsten der Mark. Die Klosterkirche aus dem 12 Jh. ist einer der bedeutensten frühen Backsteinbauten Norddeutschlands mit einem spätgotischen Schnitzaltar.

DasObjekt lag etwa 2 km ostwärts des Ortszentrums mitten im Wald und war nur über eine, knapp einen km lange, nicht enden wollende Betonstraße zu erreichen.

Als die Truppe von der Insel Rügen nach Lehnin zog, bezog man jedoch nicht sofort eine Kaserne, sondern wurde erst mal zwei Winter lang in einem Truppenlager auf dem Truppenübungsplatz Lehnin, der gut 6 km südostwärts des Ortes begann, untergebracht. Das war echt eine miese Zeit. Üble Pappbaracken, die sehr schnell auskühlten, waren über fast zwei Jahre die Unterkunft der Jäger. Die kleinen, stinkenden Öfen, mussten um 21.00 Uhr, egal wie kalt es war, ausgemacht werden, wegen der Brand- und Erstickungsgefahr. 10 Minuten danach herrschten in den Unterkünften Außentemperaturen. Oft gab es deshalb Ärger, weil eben die Unterkünfte zu kalt waren und die Soldaten die Öfen länger brennen ließen. Die sanitären und hygienischen Einrichtungen waren ein Witz, man for sich im Waschraum die Hände ab und auf dem Donnerbalken stank es und war dermaßen kalt, das man sich soweit als möglich die Notdurft verkniff. Im Sommer war es genau das Gegenteil. Bunte schillernde Schmeißfliegen, die sicherlich vorher schon sonst wo gesessen haben, konnte man während bestimmter Sitzungen, bei ihrer Tätigkeit beobachten bzw. musste sie von sich fern halten. Eine Wohltat war es, wenn man in dieser Periode zur Wache nach Strausberg (immer für zwei Wochen, alle 4 – 6 Wochen)  geschickt wurde. Dort gab es Wärme, warmes Wasser, Gaststätten, Mädchen und all das, was wir im TrLg. eben nicht hatten. Trotzdem wurde ein glasharter Dienst absolviert, ausgebildet und nebenbei auch nach unsere zukünftige Kaserne sowie die Ausbildungsplätze erbaut.

Als dann die Kaserne bezogen wurd, in welchem vorher das Aufklärungsbataillon 1 der 1. MotSchDiv lag, wurden die Lebensbedingungen erheblich besser. Sehr gute Ausbildungsbedingungen für die Verhältnisse in der NVA, standen zur Verfügung. Keine 200 m vom Objekt entfernt, gab es einen großen Nahkampfgarten, mit jeder Menge lebensgroßer Nahkampfpuppen an denen man sich die Handkanten blutig schlagen konnte, die Gewehrkolben der FechtMpi zertrümmern und sich wunde Knie schlagen konnte.

Die Fallschirmjägersturmbahn lag direkt nebenan, oberhalb lag der Sportplatz. Ein etwa 500 m langer, asphaltierter Weg, mit Ausbildungsplätzen für die Schießausbildung, die Aufklärungsausbildung, die Taktikausbildung usw. führte zum Taktikacker des Truppenteils. Ganz an der nördlichen Kante des Taktikackers lag der Fallschirmgarten mit seinen Trainingsgeräten (Röhnrad, Patuden, Schaukeln usw.) und dem Prunkstück, der AN-26 Attrappe auch als „russisches Wunder “ bezeichnet. Diese stand schon in Prora und wurde genauso wieder aufgebaut.

Die Kampfbahn begann in der Nordwestecke des Ackers in Richtung Osten und verlief im Norden, durch den Wald wieder zurück (nach Westen). Gespickt mit allen möglichen und unmöglichen Hindernissen erforderte diese Kampfbahn den ganzen Fallschirmjäger, ein angedeutete Ortskampfteil mit Durchbrüchen, Irrgängen, Türen und Fenstern.

In der Südostecke stand das Häuserkampfobjekt. Ein T 34 stand in der Südwestecke und wurde unzählige Male durch Brandflaschen und andere Mittel vernichtet.

Das unmittelbar angrenzende Waldgebiet bot beste Möglichkeiten zum Training des Verhaltens im rückwärtigen Gebiet des Gegners, zum Anlegen von Warteplätzen (WaP), von Plätzen der Wiederaufnahme auf Schneisen (PdW), zur Bewegung von EG oder Späherpaaren und vieles mehr. Der Kolpinsee in unmittelbarer Nähe wurde zum Schwimmen, Tauchen, überqueren von Wasserhindernissen und so weiter genutzt.

Ebenso gehörte ein große Mehrzweckhalle zum Objekt worin auch eine Sporthalle integriert war mit Kraft-, Karate- und Nahkampfraum.Auch der Fallschirmdienst war dort untergezogen und hatte neben seinem Fallschirmlager auch einen großen Trockenturm für Fallschirmtechnik.