Transport- und Versorgungskompanie

Transport- und Versorgungskompanie – TV Kp (Später KMS – Kp. Materielle Sicherstellung)


Im FJB / LStR gab es eine Kompanie die sich nicht aus dreijährig Freiwilligen zusammensetzte, sondern aus Soldaten, die Ihre Wehrpflicht, also 18 Monate Ihren Dienst versahen. Später wurden in die schweren Kompanie auch noch Wehrdienstleistende eingezogen.

Die TV-Kompanie stellte die gesamte Bewegung, Versorgung und Instandsetzung des Truppenteils sicher. Sie bestand aus:

  • einem Transportzug, der die materielle Sicherstellung durchführte, sowie die Stabsfahrzeuge bewegte,
  • einem Mannschaftstransportzug, der die Einsatzgruppen durch LKW nebst Einachsgabelanhänger, in welchen die Fallschirme, ein Kampfsatz der Einsatzmunition, Sprengmittel und Verpflegung beinhaltete, transportierte,
  • dem Versorgungszug, also das gesamte Küchengerödel nebst Köchen, „Gulaschkanonen“, Wasserbehältern und Verpflegung in sich vereinnahmte
  • der Wartungs- und Instandsetzungsgruppe (WIG), zu deren Aufgaben die Wartung der Ausbildungsanlagen gehörte,
  • die Waffeninstandsetzungsgruppe sowie
  • dem Med. Punkt.

Da Wehrdienstleistende in der NVA bis zum 26 Lebensjahr gezogen wurden, ergab es sich oft, dass die Angehörigen der TV-Kompanie gestandene Männer waren, teilweise mit Familie und manchmal auch schon mit einem gewissen Bauchansatz. In den meisten Fällen wurden diese Männer aus der näheren Umgegend eingezogen, waren also im Gegensatz zu den Jägern der Kompanien, Einheimische. Es waren Maschinisten, Traktoristen und Handwerksburschen die mit beiden Beinen im Leben standen. Was diese Männer auf Übungen leisteten wurde oft von den Fallschirmjägern unterschätzt aber ohne sie wäre recht wenig gelaufen. Äußerlich konnten die Soldaten der TV-Kompanie von den Fallschirmjägern der Fallschirmjägerkompanien nur dadurch unterschieden werden, dass sie keinen Winkel für einen dreijährigen Dienst trugen. Das Sprungabzeichen trugen sie natürlich auch nicht.

Oft mussten diese Männer, während der normalen Ausbildung oder bei MTA´s, zur Gegnerdarstellung herhalten. Das waren sie aber schon gewöhnt. Auf sie und ihre Technik wurde geschossen, ihre Autos wurden durch Knallkörper in die „Luft gesprengt“, sie wurden beim Hinterhalt mit Einbringen von Gefangenen, aus dem Auto gezerrt na und so weiter und so fort. Sie ertrugen das mit stoischer Ruhe. In der Regel waren sie nicht die „super Sportler“. Aber in einer Disziplin waren die Angehörigen dieser Kompanie fast unschlagbar. Mit schöner Regelmäßigkeit lieferten sie sich mit der Nachrichtenkompanie das Endspiel bei den Meisterschaften im Fußball. Es waren wirklich immer viele aktive Fußballer unter ihnen die in der „20 Liga“ für „Traktor rote Rübe“ oder „Kombine Pichelsdorf“ spielten und damit weit über dem fußballerischen Niveau der Jägerkompanien standen. Außerdem, wo diese Männer standen, da standen sie.

Diese Verteidigung zu durchbrechen, war den sehnigen, durchtrainierten Fallschirmjägern nur schwer möglich. Beim Frühsport ging der GOvD (Gehilfe des Offiziers vom Dienst) oft zur Kontrolle in den Kompaniebereich der TV-Kompanie. Es war immer eine Freude, die Entschuldigungen zu hören, die diese Soldaten vorbrachten, warum sie nicht am Frühsport teilnehmen brauchten. Ich glaube, dass es da einen kompanieinternen Wettstreit gab, wer die dreisteste Ausrede hatte. Wenn die Jäger nach Übungen oder MTA´s in den Kompaniebereich wegtraten, Waffen reinigten, die Einsatzbereitschaft herstellten und in den Betten verschwanden, mussten sich diese Männer um ihre Technik kümmern. Dabei half ihnen kein Jäger, dafür waren sie allein verantwortlich. Also morgens die Ersten und abends die Letzten. Das ist das Los von Sicherstellungseinheiten.

Ich hab dort viele gute Soldaten kennen gelernt, die mit Engagement und Hingabe ihren Wehrdienst geleistet haben. Deshalb wollte ich auch für diese Soldaten mal eine Lanze brechen.