Fallschirmjäger der NVA

Die Fallschirmjäger der Nationalen Volksarmee…


…wären im Falle einer bewaffneten Auseinandersetzung der damaligen Militärblöcke in zwei TT aufgespalten worden. Jeder Militärbezirk (Armee) der NVA hätte einen Truppenteil direkt unterstellt bekommen.

Die Fallschirmjäger wären eingesetzt worden in der operativen, wahrscheinlich auch in der strategischen Tiefe des rückwärtigen Gebietes des Gegners (rGG) und hätten Aufgaben im Interesse des Befehlshabers der Armee oder des Oberbefehlshabers der Front zu erfüllen. Sie hätten Vorraussetzungen für nachfolgende Operationen der eigenen Truppen geschaffen oder aber Operationen des Gegners zu verhindern oder zu verlangsamen versucht.    

Von der Gründung des Truppenteils des Fallschirmjägerbataillon (01. März 1960) bis zur Umwandlung in das Luftsturmregiment (01. Dezember 1986) wurde die Einsatzgruppentaktik gelehrt, und so wären die Fallschirmjäger der NVA auch eingesetzt worden. Hier handelten die Fallschirmjäger der NVA in kleinsten Gruppen (3 – 25 Soldaten) tief im rGG und erfüllten Diversionsaufgaben. Dazu wurde kaum militärisches Gerät eingesetzt, welches die Fallschirmjäger nicht selber am Mann tragen konnten. Die Einsatzgruppen konnten bei verschiedenen Aufgaben durch die Taucher des Fallschirmjägerbataillons oder durch andere Spezialisten, die nicht im TT vorhanden waren (z.B. Fliegerleitoffiziere, Wissenschaftler und Techniker aller Choleur etc.), verstärkt werden.

Mit der Einführung der Luftsturmtaktik und der Umbenennung in „Luftsturmregiment“ ging die Einsatzgruppentaktik nicht verloren, aber das Spektrum der möglichen Handlungen wurde erweitert, weil den Fallschirmjägern ab diesem Zeitpunkt Technik zur Verfügung stand, die es ermöglichte, im rGG große Strecken auf Kfz zu überwinden, und es kam eine artilleristische Komponente als auch eine Panzerabwehrkomponente hinzu. Technik, wie Granatwerfer, PALR oder SPG-9 auf UAZ, wurden mittels Hubschrauber nebst Besatzung angelandet, nach dem durch die Schläge der Luftstreitkräfte und dem anschließenden Freikämpfen, Räume besetzt wurden. Diese Räume wurden dann gehalten bis zum Eintreffen anderer Kräfte der verbündeten Armeen.
Die Fallschirmjäger handelten ab diesem Zeitpunkt auch als Streifzugsabteilung im rGG und konnten aufeinander folgend, mit Unterstützung der Luftstreitkräfte, verschiedene Ziele bekämpfen, einnehmen oder vernichten, Gefangene einbringen, Dokumente u.a. erbeuten.

Die dritte Variante der Luftsturmhandlungen war das Absetzen durch Hubschrauber oder Fallschirm, in unmittelbarer Nähe des zu vernichtenden Objektes. Dann führten die „Luftstürmer“ den Sturm durch. Erfüllten ihre Aufgabe, bestiegen wieder die Hubschrauber, die in der Zwischenzeit Raketenschläge auf das Objekt führten oder heranrückende, feindliche Kräfte bekämpften  und verlegten unter Deckung der Luftstreitkräfte zurück, hinter die eigenen Linien.